Sehr eindrucksvoll war Aimly, eine App für persönliche Ziele mit Gamification-Ebene, die Felix entwickelt hat. „Spanisch bis B1", „Finanzen aufräumen", „Mehr lesen, weniger scrollen": Jedes Ziel wird hier in Teilschritte zerlegt, jeder erledigte Schritt bringt XP, dazu gibt es Level, eine Streak und einen Fortschrittsbalken pro Ziel. Zwischen Arbeit und Privat lässt sich umschalten.

Eher ein Spaßprojekt war "Finde Stefan Möhring" - unseren Max Mustermann - in einem Wimmelbild. Das Ergebnis ist ein Bild voll mit Zelten, Booten, Bienenstöcken und einem Bulli, und irgendwo darin steckt Stefan.

Auch wenn das Projekt im Nachhinein nicht zum Template passt, da ein statisches Suchbild keine Schichtarchitektur braucht, finden wir: witzige Idee und zeigt was z. B. schnell mal möglich für saisonale Kampagnen unserer Kunden ist.

Ein weiteres cooles Projekt, was AI-Driven entwickelt wurde ist der Baharista - der schon fleißig bei uns intern im Einsatz ist.

Unser Kollege Baha ist nämlich für seine Begeisterung für die Seibträgermaschine in der Küche und guten Kaffee bekannt. Und das noch gar nicht so lange. Anfangs lag links neben ihm noch das Handy mit Youtube-Tutorial für Latte-Art und rechts griffbereit sein kleines Büchlein über die Kunst des Kaffee-kochens. Das große Glück: Zum üben durfte das ganze Büro dienen.

Ihm zur Ehre gibt es jetzt eine kleine Webapp. Man gibt zuerst einen Code ein, und je nach Code landet man entweder im Bestell-Konfigurator oder auf Bahas Seite, wo die Orders eingehen.

Bestellt wird nach Getränk, Größe, Milch und Extras, jede Option mit einer kleinen Beschreibung. Baha kann Optionen live abschalten, und wenn die Hafermilch leer ist, verschwindet sie sofort aus dem Konfigurator. Ist der Kaffee fertig, klingelt es beim Besteller. Abgeholt wird trotzdem selbst.

Einige Wochen später haben wir uns zur Reflektion und zur Präsentation der fertigen Bauprojekte wiedergetroffen. Dabei haben wir uns nicht nur über die tollen Ergebnisse gefreut, sondern auch die offenen Baustellen angeschaut.

Mehrere Leute hatten denselben Eindruck: Das hat länger gedauert, als es hätte dauern müssen.

Also wurde Claude Code am Ende auf das eigene Projekt losgelassen, mit dem sinngemäßen Prompt: "Schau dir die Commit-Historie an, die Implementierungsdokumente und deine eigenen Session-Dateien. Welches Modell hat woran gearbeitet? Wie viele Subagenten liefen? Wo sind sie hängen geblieben? Welche Pläne waren falsch, und welche meiner Eingaben haben am meisten geholfen? Und dann bau mir einen Report daraus, mit Zeitstrahl und Diagrammen."

Herausgekommen sind sehr spannende Workshop-Reports, einer pro Projekt. Man sieht Review-Schleifen, die sich zweimal, dreimal wiederholen. Man sieht Pläne, die an einer falschen Annahme hingen und später komplett neu geschrieben wurden. Und man sieht, an welcher Stelle ein einziger präziser Satz vom Menschen eine halbe Stunde Irrweg beendet hat.

Das war ein wichtiger Schritt! Denn wer einmal schwarz auf weiß gesehen hat, wo ein Agent Zeit verliert, promptet danach anders.

Was wir gelernt haben?

Der Plan gehört vor die erste Zeile Code. Wer das Konzept übersprungen hat, war später mit Aufräumen beschäftigt.

Mehr Prozess ist nicht automatisch besser. Ein Kollege hat gemerkt, dass ein empfohlenes Agenten-Plugin seit dem Wechsel auf ein neueres Modell die Entwicklungszeiten spürbar in die Länge zieht, und kam ohne das Plugin bei gleicher Qualität schneller voran. Eine Einzelbeobachtung, aber ein guter Hinweis: Agenten-Setups gehören nachjustiert, nicht einmal eingerichtet und dann vergessen.

Und nicht jedes Projekt braucht dasselbe Fundament. Ein Wimmelbild und eine App mit Login, Datenmodell und mehreren Rollen stellen sehr unterschiedliche Ansprüche.

Ja, ein Kaffee-Bestellsystem ist kein Kundenprojekt. Aber die Fragen dahinter schon: Wie viel Struktur braucht ein Agent, wo verliert er Zeit, und woran merkt man das früh genug? Und genau deshalb machen wir so einen Tag.

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